Poems Niederngasse

Peter Ettl
Spät im Februar
 
lustlose saatkrähen mauslose
katzen stolpernde
hunde
in den wäldern fassen die
bäume sich an den händen
die welt  fegt die gute stube aus
zum schluss ein guss aus dem
eimer der frühling kann kommen
die putzkolonne geht
stempeln

 
Von Schrot und Korn
 
unser hase hat
den löffel ab
gegeben sein nest
im hohlen baumstumpf
unseres gartens
schon erkaltet
mit karawumm hat ihn
die vielschrötige wut
des jägers an eine brüchige
ackerfurche geschleudert sein
blut ein braunes
auge leuchtet
noch einen sommer lang unter
diesem dunklen
stern

 
Wuchern
 
die wilden rosen am straßenrand
wachsen dem fernen wald zu
bedornen die luft die
straße blind für
die sonne die hinter ihrem rücken
anderes zum blühen bringt der
wald im osten der große
bruder
komm

 
Winterwind klangvoll
 
eisregen versiegelt
die pferdeweide
gegen anrüchiges fallobst
die windharfe der
eisengitter stimmt
ein klagelied an
in free-moll
auch der alte
walnussbaum zittert ohne
blätter seiner
schutzfunktion beraubt
hält er sich nur mühsam
aufrecht auf einem
fuss


Peter Ettl: *1954 in Regensburg, lebt als freier Schriftsteller in Niederbayern. U.a. Kulturförderpreis Ostbayern und Kulturförderpreis Regensburg. 15 eigene Bücher, zuletzt „Traumtrabanten“, gesammelte Gedichte, Silverhorseedition, „Tage aus Asche und Wind“, Roman, Silverhorseedition, „Mona Lisa lächelt nicht mehr“, Geschichten aus Paris, edition prima vista, „Zabriskie“, Fotos und Texte aus dem Death Valley, Silverhorseedition.. www.peterettl.de