Heinrich Beindorf
Aufsteiger
Ich stand am Ostbahnhof an einem dieser Kiosktische mit Resopalplatte soff Kaffee aus Styropor hatte rotumränderte Knochen keine Kohle es war sechs Uhr dreißig früh.
Da fiel mein Blick auf einen Herrn in der Menge Koffer pralles Schweinsleder sattgrauer Einreiher Handgelenk mit mächtigem Chronographen um die Hüften einer webbepelzten Dame mittleren Alters gelegt - ein schönes Paar.
Sie strebten auf ein überaus respektables Automobil zu schritten durch die Phalanx der Pendler wie Leute, die gewohnt sind, dass man Platz macht.
Leismann - ich schwöre, er hat mich erkannt der elende Tunichtgut planlose Durchsegler vielfacher Examina Tütenbauer und Räsonierer Schrecken aller Studentinnen der Sozialwissenschaft weiß noch, wie er vollbreit in meinen Kühlschrank pisste.
Er tätschelt unangestrengt das Blech während er das Heck umrundet läßt den Koffer auf das Leder fallen dann gleiten sie auch schon über die Ampel.
Sieh an, dachte ich, einen Schluck nehmend, noch einer, aus dem was geworden ist.
Guantánamo Bay
Natürlich sind auch deutsche Geheimdienstoffiziere dort gewesen haben gefolterte Insassen befragt haben Ergebnisse an US-Dienststellen weitergegeben
im Jahre des Herrn 2004 unter einem sozialdemokratischen Bundeskanzler einem sozialdemokratischen Minister des Inneren und einem Außenminister der Grünen/Bündnis 90
die dafür und für ihren Verrat die Höchststrafe verdienen dürften auch weil sie im Fernsehen wie ich sehe noch immer grinsen.
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Heinrich Beindorf: *1956 am Niederrhein, studiert in München, Toronto und der
ex-UdSSR. Anschließend so ziemlich jede Tätigkeit
ausgeübt, die es gibt. Seit 1990 sesshaft in Köln. Schreibe
seit zwei Jahren Short Stories und Gedichte, die im Web (u.a.
www.e-stories.de, Verstärker online) sowie in Zeitschriften und
Anthologien veröffentlicht sind. Wer sie gelesen hat, weiss, dass
ich Vater und verheiratet bin. email Heinrich Beindorf
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